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Hola!

Hola familia, amigos y conocidos!

Mein Name ist Seraina Vollenweider und ich nehme am Jugendaustauschprogramm 2014/2015 von Rotary teil. Ich werde dieses Jahr in Argentinien verbringen und so Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke in einer fremden Kultur, Umgebung und Sprache erfahren, die ich in diesem Blog gerne mit euch teilen möchte.

Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist! - Mit dieser Einstellung sah ich meiner Abreise entgegen und erleichterte mir damit so den Abschied von meinen Freunden und meiner Familie. Doch als ich am Flughafen durch die Schranken ging, wurde mir erst richtig bewusst, dass ich ab diesem Moment komplett auf mich alleine gestellt sein werde und in ein paar Stunden auf ein völlig fremdes und neues Leben am anderen Ende der Welt stossen werde. Glücklicherweise flog ich mit 3 anderen Austauschschülern, die ebenfalls ein Jahr in Argentinien verbringen werden. So verlief der Flug über Barcelona nach Buenos Aires relativ gelassen. Kaum in Buenos Aires gelandet, trennten sich jedoch bereits unsere Wege und ich musste meine Reise selbstständig weiterführen. Das führte dazu, dass ich alleine um 5 Uhr morgens den Flughafen in Buenos Aires wechseln musste. Meine Gastmutter hat freundlicherweise ein Taxi für mich reserviert - aber ich hatte ein wenig Mühe dieses zu finden. Die Zeit wurde knapp, da ich nur noch 2h Zeit hatte, bis mein nächster Flug startete. Da ich wusste, das der Flughafenwechsel im Taxi etwa eine Stunde beansprucht. Als ich dann schlussendlich im Taxi sass wurde ich ziemlich müde und musste mich zusammenreissen, dass ich nicht einschlief, da mir der Taxifahrer doch ein wenig unsymphatisch war.
Als ich schlussendlich nach 23h Reisedauer in Jujuy ankam, wurde ich herzlich von meinem Rotary Club und meiner zukünftigen Gastmutter empfangen. Nach meinem Hola waren dann aber meine Spanishkenntnise auch schon ausgereizt und ich unterhielt mich weiter in einem Mix aus französisch und englisch.

Mit meiner Gastmutter verstand ich mich ab dem ersten Moment super und wir haben nach dieser kurzen Zeit auch schon ein gutes, familiäres Verhältnis. Sie kümmert sich sehr gut um mich und möchte mir so viel wie möglich zeigen und mich in allem unterstützen. Oft begleitet uns auch ihr Freund Raul, der aber nicht mit uns wohnt. Er hat Humor und bringt uns oft mit seiner Art zum Lachen. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, sie als meine Gastfamilie zu haben. Ich lebe mit meiner Gastmutter und ihrem Hund Fenix zusammen in einem kleinen feinen Haus am Stadtrand. Unser Viertel ist sehr ruhig, sodass ich immer sehr gut schlafen kann. Trotz der Stille sind wir nur 10 Minuten vom Zentrum entfernt.

Meine Gastschwester studiert zur Zeit im circa 1000 km entfernten Cordoba, so dass ich sie noch nicht persönlich kennengelernt habe. Allerdings steht auch sie mir mit Rat und Tat zur Seite und erkundigt sich regelmässig, wie es mir geht und was ich so mache. Es ist sehr süss, dass sie mich bereits als ihre Schwester bezeichnet. Meine andere Gastschwester macht ebenfalls ein Austauschjahr und lebt in der Schweiz. Wir helfen uns gegenseitig, die verschiedenen Gewohnheiten unserer Kulturen zu verstehen und ich hoffe, dass ich sie Ende Jahr noch persönlich treffen kann.
Sehr ungewohnt ist es für mich, dass wir hier ein Hausmädchen haben, das mir mein Zimmer aufräumt und allgemein das Haus sauber hält. Ich kenne es nicht, wenn fremde Leute meine Sachen ordnen und ich sie dann an einem anderen Ort wieder finde. Aber ich denke, dass ich mich sehr gut daran gewöhnen werde.

Der Verkehr hier ist so ziemlich das komplette Gegenteil zur Schweiz. Denn grundsätzlich hält niemand die Regeln ein, wenn es überhaupt welche gibt. Es gilt das Recht des Stärkeren und das Unberechenbare gewinnt. Als Fussgänger hat man also praktisch verloren und man kann die Strasse nur überkreuzen, wenn gerade kein Auto kommt. Mittlerweile habe ich es aber im Gespür, wann ich die Strasse überqueren kann.
Ich werde jeden Tag zur Schule gefahren. Ich nutze die öffentlichen Verkehrsmittel nur, wenn meine Gastmutter keine Zeit hat, um mich abzuholen oder sich keine andere Mitfahrgelegenheit ergibt.
Allgemein fühle ich mich hier aber sehr sicher, so dass ich alleine unterwegs sein kann. Gegen Einbruch der Dunkelheit durchquere ich aber nicht gerne alleine verlassene Orte, wie z.B. grosse Parks und versuche solche Situationen zu vermeiden.

Ich bin bereits am dritten Tag in San Salvador de Jujuy zum ersten Mal in die Schule gegangen. Dort bin ich auf eine super symphatische Klasse gestossen, die mich sehr in ihr Leben integriert und mir sehr in allen Belangen hilft. Sie behandeln mich, als würde ich schon seit Ewigkeiten zu ihnen gehören. Allgemein sind die Leute hier, jene in der Schule und die Leute, die ich in Ausgang kennenlerne sehr offen. Ich wurde schon zu sehr vielen Partys, Lunches und Ausflügen eingeladen, so dass ich bereits jetzt ein volles Programm habe. Ich habe schon sehr viele interessante, lustige und liebenswürdige Menschen getroffen und habe super Freunde gefunden, mit denen ich viel unternehme. So fühle ich mich hier sehr wohl und freue mich auf meine bevorstehende Zeit mit ihnen!

Ich mag meine Schule sehr. Die Schüler haben hier sehr viele Freiheiten: zum Beispiel müssen wir die Schuluniform nicht tragen, wenn wir unsere Alltagskleidung bevorzugen (niemand trägt die Schuluniform). Die einzige Regel ist, dass wir keine Shorts und Röcke tragen dürfen.
Das Schulsystem ist so aufgebaut, dass es jedem selber überlassen wird, ob und was man lernen will und ob man pünktlich zur Schule kommt. So ist es mehr einTreffen unter Freunden, wo man Musik hört, zeichnet oder einfach nur redet. So herrscht ein familiäres und enges Verhältnis zwischen den Lehrern und den Schülern. Man kann mit Ihnen über alles reden und Probleme werden schnell aus der Welt geschafft. Es widerspiegelt sehr die Art der Südamerikaner, dass sie alles viel gelassener sehen und es nicht wirklich eine Ordnung gibt. Ausserdem begrüsst man sich hier jeweils mit einem Kuss auf die Wange, egal ob Direktor, Leute die man kennenlernt, oder Angestellte, die einen im Laden beraten.

Es gibt noch vieles zu erzählen, aber mir fehlt momentan die Zeit weiterzuschreiben. Ich melde mich mich wieder sobald ich wieder Zeit finde einen weiteren Eintrag zu schreiben!

I miss you! <3

30.8.14 00:56

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